Robert Habeck in Neukölln beim Kiezgespräch und im Heizkraftwerk

13.08.2016

Habeck und Kössler vor Wärmespeicher mit tollen HütenGestern und heute hat mich Robert Habeck, Stellvertretender Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und erster grüner “Energiewendeminister”, in Neukölln besucht. Ich kenne den Kandidaten für die das Amt des grünen Spitzenkandidaten 2017 bereits seit einiger Zeit und freue mich, dass er gleich für zwei Anlässe extra für mich nach Berlin kam. Ein kurzer Bericht:

Erstes Kiezgespräch ein fetter Erfolg

Gestern Abend wurde im Barini das erste von “Kössler’s Kiezgesprächen” mit über 25 Teilnehmenden gemacht. Eine tolle Christine Kühnel (Vorsitzende des BUND Berlin) diskutierte mit mir über die Erfordernisse der Berliner Klima- und Energiepolitik. Der grüne Energieexperte Ralf Schmidt-Pleschka moderierte das und wir waren uns am Ende alle einig: Die Energiewende geht nur sozial. Wer den Klimawandel stoppen will, muss endlich eine bessere Miet- und Sozialpolitik machen. Mit Robert Habeck wurde in einer zweiten – bis spät in die Nacht gehenden – Debattenrunde über die Bundespolitik diskutiert.
Ein kurzes Video gibt es hier: https://www.facebook.com/christian.hoffmann.98031/videos/10210356063879965/
Einen kurzen Bericht zum ersten Teil gab es auch im Facetten Magazin.
 
Bild Schmidt-Pleschka, Kössler, Kühnel

In Neukölln ist die Energiewende schon weiter

Heute morgen besuchten Robert und ich das Heizkraftwerk Neukölln (eigene AG im Besitz von Vattenfall). Hier wurden früher Öl und Kohle verfeuert. Heute stehen da zwei moderen KWK-Anlagen, ein großer Wärmespeicher sowie seit 2015 eine sogenannte “Power-to-Heat” Anlage. Dort wird Strom (engl. “power”) zu Wärme (engl. “heat”) umgewandelt. Das ist gerade dann sinnvoll, wenn die schwankenden Erneuerbaren Energien Sonne und Wind mal mehr liefern, als wir tatsächlich brauchen. Robert war besonders angetan davon, denn in seinem Land gibt es schon heute viel “Überschussstrom”. (Natürlich könnte das mit einem Abschalten einiger Kohlekraftwerke etwas behoben werden, aber das war heute nicht das Thema…).
Im Netzgebiet von 50 Hertz, zu dem Berlin gehört, wurden im Jahr 2015 rund 260.000 MWh Strom, der hätte produziert werden können, nicht genutzt – gleichwohl über die EEG-Umlage vergütet. Wäre diese voll verwendet worden, hätte das eine CO2-Einsparung von 50.000 t bedeutet. Allein, die Bundesregierung schafft den regulatorischen Rahmen nicht, dass das möglich ist.

Vattenfall – in Neukölln mal Vorreiter 🙂

Vattenfall hat hier in Neukölln die Zeichen der Zeit erkannt. Klimaschutz wird es nur geben, wenn wir nicht nur Strom, sondern auch Wärme umweltfreundlich erzeugen. Wir haben ja nicht zu viel Erneuerbaren Strom. Wir müssen ihn nur in den Wärme und Verkehrsbereich bringen. Dieser Strom ist sehr günstig und würde auch die Fernwärmekunden entlasten.
Robert Habeck bemerkte dazu: „Ich wünsche mir so sehr, dass die Stadt Berlin auf Bundesebene in den Bereichen Energie und Umwelt ihre Stimme erhebt. Im Moment ist Berlin in diese Bereichen eine Totalausfall. Nirgendwo aber steht geschrieben, das sich große Verbrauchszentren nicht an der Erzeugungsdebatte beteiligen dürfen. Georg Kössler und die Grünen in Berlin müssen das ändern.

 
 

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