Grünes Webinar: Doughnut Economy für Berlin?

22.12.2020

Unsere wachstumsorientierte Wirtschaftsweise erzeugt immer verheerendere ökologische, soziale und ökonomische Krisen. Es ist an der Zeit sich mit einer alternativen, zukunftsweisenden Wirtschaftlichkeit zu beschäftigen. In unserem Grünen Webinar, am 17.12.20202, haben wir uns daher mit einem besonders „süßen“ Wirtschaftsmodell beschäftigt: der „Doughnut Economy“.

Mit ihrer „Doughnut Economy“ erklärt die britische Wirtschaftswissenschaftlerin Kate Raworth eine Gebäckrolle zu einem Symbol für echte Nachhaltigkeit. Das Doughnut-Modell weist „auf eine Zukunft hin, in der die Bedürfnisse jedes Menschen erfüllt werden und gleichzeitig die lebendige Welt, von der wir alle abhängig sind, geschützt wird“.

Der äußere Ring des Doughnuts symbolisiert hierbei die natürlichen „planetarischen Grenzen“, jenseits derer die natürlichen Ressourcen zerstört werden. Der innere Ring steht für die „soziale Grundlage“, die alle lebensnotwendigen Dinge des Lebens enthält, auf die jeder Mensch Anspruch haben sollte, und die die globalen Nachhaltigkeitsziele anstreben. Ein „sicherer und gerechter Raum für die Menschheit“ existiert nur im Doughnut selbst, zwischen planetarischen Grenzen und sozialen Mindeststandards.

Doch was bedeutet die „Doughnut Economy“ in der Praxis? Und wie würde ein „Doughnut“ für Berlin aussehen? Diese und weitere Fragen haben wir mit Nicole Ludwig, MdA und Sprecherin für Wirtschaftspolitik der Grünen Fraktion Berlin, und Dr. Nicole Hartmann, Donut4Berlin und Mitglied des Donut Economy Action Lab (DEAL) diskutiert. Durch den Abend geführt hat uns Dr. Stefanie Groll von der Heinrich-Böll-Stiftung.

Die Stadt Amsterdam hat in diesem Jahr ein Doughnut Konzept erstellt. Innerhalb eines breiten Beteiligungsprozesses wurden „city snapshots“ (was haben wir bereits erreicht?) und „city targets“ (was wollen wir noch erreichen?) unter dem Leitbild der sozial-ökologischen Transformation erarbeitet. Die Bürger*innen Amsterdams wurden hierbei gefragt, was zu ihrem Wohlergehen beiträgt und wie Wohlstand ohne Wachstum erreicht werden kann. Wäre das auch etwas für Berlin?

„City snapshot“: In Berlin haben wir bereits erste Schritte in Richtung einer „Doughnut Economy“ vorgenommen. Es gibt bereits einige Unternehmen, wie beispielsweise Einhorn oder Florida Eis, die ihr Unternehmensmodell nach sozialen und ökologischen Zielen ausrichten. Auch werden von der Politik Förderprogramme vergeben, damit noch mehr Unternehmen in Berlin ihre Wirtschaft nachhaltig (um-)gestalten. Im Corona Konjunkturpaket werden von uns ebenfalls ökologische und soziale Ziele verankert.

„City targets“: Die „Doughnut Economy“ soll Akteure*innen in Berlin vernetzen und unterstützen ihre Wirtschaftlichkeit nach den Planetaren Grenzen und sozialen Mindeststandards auszurichten. Donut4Berlin möchte den Wissenstransfer fördern und Menschen begeistern und empowern, sich einer neuen Wirtschaftsweise anzuschließen und diese auf lokaler Eben umzusetzen. Unterstützt und gefördert von der Politik, soll diese Transformation der Wirtschaft mit gesellschaftlicher Partizipation verknüpft werden. Denn nur so, können wir Zielkonflikte überwinden und Lösungen für eine zukunftsfähige Wirtschaftlichkeit umsetzen.

Was ist unsere Quintessenz aus dem Webinar? Wir haben festgestellt, dass die Doughnut Economy ein gutes Kommunikationsmodell ist, da es komplexe Nachhaltigkeit einfach und verständlich darstellt. Auch haben wir gesehen, dass es bereits einzelne Doughnut Ansätze in Berlin gibt und die Berliner Politik nachhaltiges Wirtschaften fördert. Wir haben auch erkannt, dass die Doughnut Economy nicht nur ein Wirtschafts- sondern auch ein Gesellschaftsmodell ist, und dass die Bewohner*innen Berlins in dem Prozess beteiligt werden sollen.

Die Frage bleibt bestehen, wie wir dieses Momentum für die „Doughnut Economy“ für Berlin nutzen und was das für weitere laufende Prozesse bedeutet. Mir hat das Webinar auf jeden Fall Appetit auf mehr gemacht!

„Mir gefällt die Donut-Ökonomie als Kommunikationsmodell. Es führt zurück zur starken Nachhaltigkeit, mit den planetaren Grenzen, und fügt die sozialen Grenzen hinzu. Das ist besser als die scheinbare Gleichwertigkeit der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele.“ (Martin, Teilnehmer des Webinars)

Zur Aufzeichnung des Webinars gelangt Ihr hier: Externer Link (Achtung, Facebook)

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.