Lärmschutzfonds startet mit 1 Mio. Euro

22.12.2017

Wir haben es geschafft! Der Lärmschutzfonds kommt – und wie! Für das Jahr 2018 sind 1.000.000 Euro im Haushalt des Landes eingestellt. Dafür habe ich innerhalb unserer rot-rot-grünen Koalition die letzten Monate viel geworben. Zusammen mit der Clubcommission Berlin und auch mit Katalin Gennburg (LINKE) und Clara West (SPD) haben wir unsere Abgeordneten-Kolleg*innen bearbeitet. Jetzt kommt er und Senatorin Ramona Pop wird für eine unbürokratische Umsetzung sorgen.

=== english article from AFP here ===

Techno gehört zu Berlin

Berlin und Techno, das sagt man in einem Atemzug; wie könnte man sich die Stadt anders vorstellen als auf einen leise wummernden Bass? Aber auch die längste durchtanzte Nacht ist irgendwann zu Ende und mit dem Morgengrauen kommt die Realität – und: genervte Nachbar*innen.

Clubsterben & -verdrängung in Berlin ist längst Realität

Dass sich Anwohner*innen Ruhe und Entspannung wünschen, ist nachvollziehbar. Wir als Grüne wollen ein friedliches Miteinander aller in unserer Stadt fördern. Momentan gibt es im Konflikt um den Lärm jedoch meistens vor allem einen Verlierer: die Clubkultur.

In den Jahren 2011-2015 kam es in Berlin zu ungefähr 170 Clubschließungen, die „King Size Bar“ oder der Keller-Club „Icon“ sind nur einige von ihnen. Häufig waren Lärmkonflikte der Grund.

Bei Beschwerden von Anwohner*innen bleibt den Clubs oft nur die Wahl, umzuziehen oder hohe Summen in den Lärmschutz zu investieren. Das können sich die Etablissements häufig nicht leisten. Es folgt also Verdrängung an den Stadtrand oder gar völliger finanzieller Ruin. (Ein Club startete sogar eine Crowdfunding-Kampagne.)

Unser Lärmschutzfonds

Techno gehört zu Berlin Sharepic, LärmschutzfondsDabei ließe sich das alles vermeiden. Ich finde: Techno hat Berlin so viel gegeben, dass wir auch mit öffentlichen Mitteln den Erhalt der Clubkultur unterstützen müssen. Mit unserem Lärmschutzfonds wird Betreiber*innen von Clubs eine Förderung für Lärmschutzmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Die genauen Modalitäten werden wir gemeinsam mit Clubcommission und der zuständigen Senatsverwaltung unter Senatorin Ramona Pop zu Begin 2018 klären. Mir ist wichtig, dass es schnell und unbürokratisch geht aber auch, dass das Geld an die Clubs fließt, die es wirklcih brauchen.

Dabei kann uns Hamburg als Vorbild dienen, schon seit 2010 verwaltet dort die „Clubstiftung e.V.“ Mittel, um Musikstätten finanziell beim Lärmschutz zu unterstützen. So können die Interessen von Nachbar*innen und Nachtschwärmer*innen gleichermaßen gewahrt werden. Denn: Ein pochender Beat, das ist der Herzschlag dieser Stadt. Lasst uns dafür sorgen, dass er nicht verstummt.

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