Pfandringe für Berliner Mülleimer

04.05.2017

Ich habe mich heute mit einem Brief an die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) gewandt und sie gebeten, in Berlin die Einführung der „Pfandringe“ an Mülleimern zu prüfen. Darin können Berliner*innen ihre Pfandflaschen direkt am Mülleimer – nicht darin und nicht darunter! – abstellen. Den Pfandsammler*innen wird das Kramen erspart und es ist ein aktiver Beitrag zur Mülltrennung in Berlin.

Das Wegbier hat im Mülleimer nix verloren!

Mülltrennung ist in unserer heutigen Gesellschaft weitestgehend bekannt und wird praktiziert. Auch wenn die Versorgung mit ausreichend Altglas- oder Bioabfalltonnen aktuell noch nicht im gesamten Stadtgebiet gesichert ist, so können wir doch im privaten Bereich von einer hohen Mülltrennung sprechen. Leider sieht es im öffentlichen Raum anders aus. Weggeworfene Pfandflaschen erhöhen das Restmüllaufkommen und das Glas muss später heraus gefiltert werden. Viele Berliner*innen konsumieren aber ihr Bier oder ihre Mate nunmal in der Öffentlichkeit – ich auch! Damit wird das „Berliner Wegbier“ aber zu einem ökologischen Problem.

Etwas mehr Würde ermöglichen

Es ist nun wirklich kein Trost, dass die Mülltrennung dann von Pfandsammler*innen getätigt wird. Diese verlieren durch das Kramen in Mülleimern nicht nur einen Teil ihrer Würde sondern können sich auch an Scherben verletzen oder sich mit Krankheitserregern infizieren.
Ich finde, dieses „Problem“ muss durch eine bessere Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gelöst werden. Dennoch besteht die Situation aktuell leider nun einmal. Eine Kampagne mit dem Fokus auf das Phänomen Flaschensammeln sind z. B. die Aufkleber „Pfand gehört daneben“, welche den Betroffenen so etwas Würde zurück geben wollen.  Warum steht das nicht an jedem Mülleimer in Berlin?

Pfandringe machen Sinn

Die logische Weiterführung dieser Aufkleber-Idee sind die „Pfandringe“, welche direkt an den Mülleimern angebracht werden. In diesen können Pfandflaschen abgestellt werden und sind für die Sammler*innen leicht zu entnehmen. Zu einem ähnlichen Fazit kommt sogar die BSR in ihrer internen Auswertung eines Modellprojektes im Jahr 2015 in Charlottenburg und Spandau!
Die Anschaffungskosten solcher Ringsysteme sind mit 70 – 150 Euro relativ überschaubar und der zusätzliche Personalaufwand würde m.E. gering sein, weil die Pfandflaschen von Sammler*innen „abgeholt“ werden. Die Berliner*innen hätten die Möglichkeit, direkt an den Mülleimern ihren Abfall zumindest ein wenig zu trennen. Zudem kommt der m.E. nicht zu unterschätzende Fakt, dass das Prinzip der Mülltrennung sehr viel präsenter im Stadtbild und somit auch in den Köpfen der Berliner*innen wäre.

Erfahrungen nutzen

Viele Städte haben bereits erste Erfahrungen mit Pfandringen gesammelt, darunter auch Großstädte wie Köln oder Hamburg. Auch das Pilotprojekt der BSR konnte viele Befürchtungen – etwa das taschengeldverarmte Jugendliche die Flaschen selber sammeln und zurück bringen – nicht bestätigen. Vielmehr hat die Evaluation in Hamburg ergeben, dass (neben der Häufigkeit der regulären Müllleerung) insbesondere der Standort sehr entscheidend ist, ob Pfandringe als Müllablage missbraucht werden oder nicht. In der Nähe von Fast-Food-Ketten vermüllen sie sehr viel schneller. Auf diese Erfahrungen müssen wir bauen. Hier der Bericht.

Ich finde, Pfandringe sind eine deutliche Verbesserung. Deshalb habe ich mich heute an die BSR gewandt und will das Thema mit ihr und unserer Umweltsenatorin besprechen. Eventuell werde ich auch einen Antrag im Abgeordnetenhaus dazu vorlegen.

Was haltet Ihr davon? Schreibt mir gerne direkt (buero.koessler(at)gruene-fraktion-berlin.de) oder kommentiert hier.

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