Silvester: Korken knallen statt Böller!

28.03.2018

Der Unwissende, der es wagt, gutgläubig Berliner*innen nach ihren Silvesterplänen zu fragen, hört oftmals nur ein genervtes Schnauben und irgendwas von „verbarrikadieren“ oder „nur weit weg von hier“.  Eins ist klar: Berlin ist genervt von Silvesterböllern. Zahllose Schwerverletzte, verstörte Haustiere, zur letzten Jahreswende brannte in Neukölln sogar das traditionsreiche Musikgeschäft Bading ab. Dazu kommt noch die massive Luftvermutzung. Uns ist klar: so geht’s nicht weiter! Doch Böllerverbot in Berlin, ist das wirklich eine realistische Option? Für viele gehört ein wenig Rumballern schließlich zur Tradition.

Welche Handlungsmöglichkeiten haben wir also überhaupt, das zu diskutieren, dazu haben wir – das heißt Silke Gebel, unsere Fraktionsvorsitzende, und ich – zur Podiumsdiskussion eingeladen: zu Gast hatten wir Yvonne Hagenbach von „Changing Cities“, Dr. Peter Albers, Sprecher der Vivantes-Rettungsstelle und Sebastian Voigt, einem Berliner Polizeivollzugsbeamten.

Seitens des Podiums wurde zuallererst die Notwendigkeit eines politischen Handelns unterstrichen. Mit ein paar hübschen Funken und Lichtern das neue Jahr einklingen zu lassen, sei das eine, gezielte Angriffe auf Personen und enthemmtes Geballere hingegen inakzeptabel.

Erfreulicherweise war die Veranstaltung gut besucht und auch das Publikum beteiligte sich rege. Schlussendlich standen verschiedenste Handlungsvorschläge im Raum: Eine Einschränkung des Verkaufs von Pyrotechnik, ausgewiesene Böller-Zonen oder gar ein völliges Verbot. Etwas zu tun wäre selbst in Deutschland kein Novum: Städte wie Stuttgart oder Düsseldorf können uns dabei als Vorbild dienen. Doch ob sich das in einer Metropole wie Berlin auch durchsetzen lässt, bleibt fraglich.

Die zahlreichen wertvollen Anregungen haben wir aufgenommen und werden sie in die parlamentarische Debatte einbringen. Schließlich geht die jetzt erst richtig los. Als vorläufiges Resümee bleibt vorerst zu sagen: Wir alle müssen das Bewusstsein für ein friedliches Miteinander in dieser Stadt stärken. Für ein Silvester mit Glitzer und Bling-Bling und ein Neujahr, zu dem man – mit dröhnendem Schädel vielleicht – doch unbescholten erwachen mag.

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.