Wärmewende – Ja es geht!

02.05.2017

Am vergangenen Freitag habe ich gemeinsam mit meiner Freundin und grünen Kollegin aus dem Bundestag, Julia Verlinden, zwei tolle Berliner Projekte besucht. Julia ist in der Grünen Bundestagsfraktion für das Thema Energie zuständig. Ihr Schwerpunkt liegt aber auf Energieeffizienz und Energieeinsparung. Sie kämpft für eine “Wärmewende” – das bedeutet, dass auch bei den Gebäuden eine Energiewende gelingt. Also mehr Erneuerbare und ganz viel Einsparung und Effizienz! Als Berliner bin ich da natürlich erstmal skeptisch, denn viel zu oft werden teure Luxusmodernisierungen unter dem Deckmantel des Klimaschutzes gemacht. Das geht garnicht! Denn es behindert das Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum und bringt den Klimaschutz in Misskredit. Umso besser, dass es so gute Projekte gibt. Das macht mir Mut!

Märkisches Viertel

Zum ersten Mal durfte ich gestern das Märkischen Viertel (MV) im Norden Berlins besuchen. Grund hierfür war die energetische Sanierung von über  13.000 Wohnungen in den letzten acht Jahren.  Durch Fertigstellung ist im MV die größte Niedrigenergiesiedlung Deutschlands entstanden. Besonders bemerkenswert ist, dass die Warmmiete durch die Sanierungsmaßnahmen nur leicht angestiegen ist (2,8%).  Was belegt das sozialverträglicher Klimaschutz keine Theorie ist.  Die Modernisierungsmaßnahmen umfassen neben den Einbau doppelt verglaster Isolierfenster und der Wärmedämmung den Umstieg auf Wärme- und Wasserversorgung durch ein Biomasse-Heizkraftwerk, wodurch der CO2  Ausstoß um zwei Drittel auf 11.000 CO2 gesenkt werden konnte. Vielen Dank an die GESOBAU für die aufschlussreiche Führung.

Passivhaus Arnimplatz

Der zweite Termin des Nachmittags in P-Berg war die Besichtigung des Passivhauses am Arnimplatz. Das 2011 fertiggestellte Mietshaus (41 Wohnungen)  mit Gewerbeeinheiten und Garten kombiniert mehrere Maßnahmen um die Energiekosten niedrig zu halten.  Die Hauptenergieversorgung des Gebäudes wird durch  gasbetriebenes Blockheizkraftwerk gewährleistet. Zusätzlich wird die Lüftung des Gebäudes durch eine zentrale mechanische Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung gesteuert. Eine Grauwasseraufbereitungsanlage mit Wärmerückgewinnungsanlage bereitet das Dusch- und Badewannenwasser biologisch wieder auf.  Diese Maßnahmen kommen den Mieter in gesenkten Energiekosten zugute.  Der Stromverbrauch der Haushalte wird zu 60% aus der Photovoltaik Anlage auf dem Dach gedeckt. Leider ist der Einbau Ressourcenschonender intelligenter Anlangen in Wohnhäusern für viele Investoren weiterhin uninteressant, da die niedrigeren Energiekosten den Mietern zugutekommen. Hier sehe ich eindeutigen Handlungsbedarf, ein funktionierendes Pilotprojekt, soll keines bleiben. Vielen Dank an Herrn Heinhaus und Herrn Nolde für die Führung.

Quelle Fotos: Daniel Kluge, Büro Verlinden

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